Der Magnet bleibt kalt. Das spart den teuersten Posten.
Beim konventionellen MRT-Umzug wird der Magnet abgerampt und das Helium geht verloren. Beim Zero-Boil-Off-Transport läuft der Kühlkopf während der gesamten Fahrt über eine mobile Stromversorgung weiter — der Kryostat bleibt auf Temperatur, das Helium bleibt im System.
Das Prinzip
Kühlung, die nicht abreißt.
Ein supraleitender Magnet muss dauerhaft bei wenigen Kelvin gehalten werden. Im Betrieb erledigt das der Kühlkopf, versorgt aus dem Hausnetz. Sobald diese Versorgung unterbrochen wird, beginnt das Helium zu verdampfen — und zwar unabhängig davon, ob das System fährt oder steht.
Beim Zero-Boil-Off-Transport wird der Kühlkreislauf nie unterbrochen: Kühlkopf und Kompressor laufen über eine mitgeführte Stromversorgung durch, vom Abbau am alten Standort bis zum Anschluss ans Netz am neuen. Der Magnet erreicht sein Ziel kalt und muss nicht neu befüllt werden.
Der Aufwand liegt in der lückenlosen Versorgung und der Überwachung während der Fahrt. Dafür entfallen Heliumfüllung, Rampen und ein großer Teil der Stillstandszeit.
- Durchgehende Stromversorgung für Kühlkopf und Kompressor
- Überwachung von Druck und Temperatur während der Fahrt
- Luftgefederter Transport mit Erschütterungsprotokoll
- Kranung, Schwerlastgenehmigungen und Routenplanung
- Anschluss und Inbetriebnahme durch eigene Techniker
- Notfallkonzept für den Fall einer Versorgungsstörung
Vergleich
Konventionell gegen Zero-Boil-Off
Beide Wege führen zum Ziel. Der Unterschied liegt darin, was am Ende nachgefüllt, nachgerampt und nachjustiert werden muss.
| Position | Konventionell | Zero-Boil-Off |
|---|---|---|
| Magnetfeld | Wird abgerampt | Bleibt erhalten |
| Helium | Verdampft, Neubefüllung nötig | Verbleibt im System |
| Kühlkopf | Steht während des Transports | Läuft durchgehend |
| Am Zielort | Befüllen, rampen, shimmen, kalibrieren | Anschließen, prüfen, kalibrieren |
| Stillstandszeit | Deutlich länger | Deutlich kürzer |
| Aufwand im Transport | Gering | Höher — Versorgung und Überwachung |
| Lohnt sich bei | Verschrottung, Ersatzteilgewinnung | Weiterbetrieb des Magneten |
Ablauf
Wie ein Magnetumzug abläuft
Standorte prüfen
Zufahrt, Kranstellflächen, Türmaße und Stromanschlüsse an beiden Standorten. Daraus entsteht die Route.
Abbau mit laufender Kühlung
Umstecken auf die mobile Versorgung ohne Unterbrechung, dann Demontage der Peripherie.
Überwachter Transport
Luftgefederter Schwerlasttransport mit kontinuierlicher Aufzeichnung von Druck, Temperatur und Erschütterung.
Anschluss & Abnahme
Einbringen, Anschluss ans Hausnetz, Prüfung und Kalibrierung — anschließend Abnahme mit Protokoll.
Wann sich das rechnet
Immer dann, wenn der Magnet weiterlaufen soll.
Geht das System in die Verwertung, ist der konventionelle Weg günstiger — dann zählt nur noch der Materialwert. Soll der Magnet dagegen am neuen Standort wieder Patienten scannen, ist die kalte Fahrt in aller Regel die wirtschaftlichere Variante: Heliumfüllung und Rampen entfallen, und die Abteilung ist schneller wieder im Betrieb.
Wir sagen Ihnen offen, welcher der beiden Wege in Ihrem Fall günstiger ist.
Umzug kalkulieren lassenHäufige Fragen
Zum Magnettransport
Was passiert, wenn die Stromversorgung unterwegs ausfällt?
Dafür gibt es ein Notfallkonzept mit redundanter Versorgung. Ein kurzer Ausfall führt nicht sofort zum Schaden — der Kryostat hat thermische Reserve. Kritisch wird erst eine längere Unterbrechung, weshalb Druck und Temperatur durchgehend überwacht werden.
Kann jeder Magnet kalt transportiert werden?
Nicht jeder. Ausschlaggebend sind Bauart, Kryostat, Alter und Zustand des Systems sowie die Route. Wir prüfen das vor der Zusage und sagen ab, wenn das Risiko nicht vertretbar ist.
Wie lange steht die Abteilung still?
Das hängt von Entfernung, Kranung und Bauzustand am Zielort ab. Der Zeitgewinn gegenüber dem konventionellen Weg entsteht vor allem dadurch, dass Befüllen und Rampen am Ziel entfallen.
Übernehmen Sie auch den Rückbau davor?
Ja, Rückbau und Transport kommen aus einer Hand — siehe Demontage. Das vermeidet Schnittstellen genau an der Stelle, an der die Kühlung nicht abreißen darf.